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Meine Art, den Geschichtsunterricht zu verarbeiten:

Dear Mister Drill-Instructor

Guten Morgen liebe Schüler, ich bin Herr Sonnig und freue mich, euch dieses Jahr Unterrichten zu dürfen. Lasst uns mit einem Kennenlernspiel anfangen.
So ging die Geschichtsstunde heute definitiv nicht los. Oh nein. Stattdessen bekamen wir ein kurzes „Morgen“ zu hören, dann ging's an die Namensliste und zwar mit den Nachnamen zuerst. Ich fühlte mich wie im Frauenknast. Einer, der zur Hälfte aus Kerlen besteht wohlgemerkt, was damit zusammenhängt, das mein Geschichtskurs nunmal auch zur Hälfte aus Jungs besteht. Kommt so vor in der Schule, man soll's kaum glauben.
„Mueller, Malin“ bekam ich zu hören. Ich zuckte kurz zusammen, weil sich das so unglaublich dämlich anhörte. Dann begriff ich, das es sich hier um meinen Namen handelte und gab ein ziemlich eingeschüchtertes „Hier“ von mir. 2 Sekunden später war ich dann zutiefst empört von mir selbst, dass ich mich tatsächlich von so einem Möchtegern-Mister-T habe einschüchtern lassen. Und während mein „ich-kann-nicht-nachdenken-Ich“ schon auf bestem Wege war, das meiner Lehrkraft höchst persönlich mitzuteilen, konnte mein „manchmal-kann-ich-denken-Ich“ meine schlechtere Hälfte mit einem riesigen Hechtsprung grade noch vor dieser Katastrophe bewahren. Nicht auszudenken, wie viele Liegestütze mir ansonsten bevorgestanden hätten. Liegestütze -ich merke an- im Geschichtsunterricht. Aber was für einer. Nachdem der gesamte Kurs 10 Minuten still und regungslos da gesessen hatte, aus Angst falsch mit den Augen zu blinzeln, oder gar zu atmen, und auch auf wiederholtes Nachfragen unseres Kommandanten keine eventuelle Frage stellte, ging dann der „richtige“ Unterricht los. Mit ordentlichem Tempo, wie sich das bei der Bundeswehr gehört. Das wir in einem Gymnasium saßen, und eben nicht bei der Bundeswehr, hatte dem guten Mann offensichtlich leider niemand mitgeteilt. Es gab erstmal Arbeitsblätter, und unser Thema für dieses Semester lag plötzlich klar und deutlich vor meinen Augen: Weltkrieg, Nazi-Zeit. Ich bekam einen mittelschweren Herzinfarkt, überlebte aber nach tiefem Durchatmen und einigen Malen Schluckens diesen Schreck ohne bleibende Schäden (so zumindest, sieht es bis jetzt aus).
Klasse, Mister Drill Instructor hat natürlich auch noch das passende Thema für seine Rekruten, damit er sie ordentlich auf ihre späteren Einsätze in Afghanistan vorbereiten kann.
Hallo lieber Gott? Es tut mir Leid, dass ich einmal vergessen habe, mein Kaninchen zu füttern, ich verspreche es kommt nie wieder vor. Nur bitte, ich will nicht in den Krieg!
Also meiner Meinung nach können sich die Jungs den Wehrdienst nun vollkommen berechtigt sparen. Die Mädels übrigens auch, nur wollte ich eigentlich auch nie zur Bundeswehr. Miau, Hilfe, wo bin ich hier nur gelandet? Nicht das ich mich das nicht eigentlich an fast jedem Schultag frage, nicht das ich das nicht gewohnt bin, nein, das ist es nicht. Nur...mein Gott, wir haben verdammt nochmal jeden Dienstag eine DOPPEL-Stunde Geschichte. Mit Kommandant Glatz-Kopf (Ja, das kommt noch erschwerend hinzu, das allgegenwärtige Lehrer-Frisuren-Drama) in der siebten und achten Stunde. Das kann man normalen Schülern doch nicht zumuten. Wir sind jung und sehr zart beseelt. Kann man sowas wohl bei Amnesty International melden? Oder beim Vertrauenslehrer vielleicht. Oder ich wein heute Abend ein bisschen in mein Kopfkissen, ich zart beseeltes Menschlein. Auch eine Alternative, gut, ist gekauft.



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